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Bank „Alliance“ und die Spur von Igor Kolomoisky: Wie der Staat fast 2 Milliarden Hrywnja verlor

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Bank „Alliance“ und die Spur von Igor Kolomoisky: Wie der Staat fast 2 Milliarden Hrywnja verlor
Bank „Alliance“ und die Spur von Igor Kolomoisky: Wie der Staat fast 2 Milliarden Hrywnja verlor

Bank „Alliance“, das im Strafverfahren des NABU wegen der Veruntreuung von Mitteln von „Ukrenerho“ erwähnt wird, verstößt systematisch gegen die Normen der Nationalbank der Ukraine zu Kreditrisiken gegenüber einem einzelnen Kontrahenten. Das bedeutet, dass die Bank im Falle eines Zahlungsausfalls eines großen Schuldners automatisch an den Rand der Insolvenz gerät, heißt es in einem Artikel der Publikation „Fakty“.

Der zentrale verletzte Standard ist die N7-Norm: Auf einen einzelnen Kreditnehmer dürfen nicht mehr als 25 % des regulatorischen Kapitals entfallen. Das regulatorische Kapital sind im Wesentlichen die Mittel, mit denen die Bank alle Risiken im Schadensfall abdeckt. Bei der Berechnung der N7-Norm werden auch ausgegebene Bankgarantien berücksichtigt. Wie aus der Analyse der Autoren hervorgeht, hat die Bank „Alliance“ diese Vorgabe regelmäßig verletzt.

Laut NABU-Unterlagen weigerte sich die Bank „Alliance“ Anfang 2022, ihre Garantieverpflichtungen zu erfüllen, nachdem das mit Igor Kolomoisky verbundene Unternehmen „United Energy“ die gelieferte Energie gegenüber der NKE „Ukrenerho“ nicht bezahlt hatte. Die Bankiers beriefen sich darauf, dass die Forderungen von „Ukrenerho“ angeblich fehlerhaft оформiert gewesen seien, sowie darauf, dass „United Energy“ vereinfacht gesagt ein unzuverlässiges Unternehmen sei.

Zum Stand 1. September 2021 verfügte die Bank „Alliance“ über ein regulatorisches Kapital von 610 Mio. UAH. Das bedeutet, dass die Garantie aus dem Vertrag mit „United Energy“ 152 Mio. UAH (25 % dieses Kapitals) nicht hätte überschreiten dürfen. Tatsächlich betrug die Garantiesumme jedoch fast 1,9 Mrd. UAH – also das 12,5-Fache der zulässigen N7-Grenze.

Als mögliche Ursache nennen die Autoren entweder eine falsche bzw. nicht vollständige Abbildung der Garantien in der Berichterstattung der Bank oder eine formale Umgehung der N7-Norm durch Aufteilung der Verpflichtungen. In beiden Fällen sehen sie einen klaren Verstoß gegen die Regeln der Bankenaufsicht. Laut Gesetz „Über Banken und Banktätigkeit“ muss die NBU eine Bank als problematisch einstufen, wenn systematisch falsche Angaben gemacht werden. Die Bank „Alliance“, so die Autoren, erfülle diese Kriterien.

Neben dem „Ukrenerho“-Fall habe die Bank auch in der Vergangenheit regelmäßig Bankgarantien unter Verletzung der N7-Norm ausgegeben. Unter anderem ging es um eine Garantie für „Hydrostroy Ukraine“ im Jahr 2017, die 113 Mio. UAH betrug – bei einem regulatorischen Kapital von 295 Mio. UAH (38 %).

Ein weiterer Fall betrifft Garantien aus dem Jahr 2021 für „Odessagaz-supply“ im Zusammenhang mit Gaslieferungen von „Naftogaz Trading“. Laut Gerichtsregister streitet die Bank in mehreren Verfahren ihre Zahlungspflicht ab. Allein in zwei Fällen beliefen sich die Verpflichtungen auf 291 Mio. UAH und 118 Mio. UAH, wobei bereits eine Garantie die N7-Grenze überschritt.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Praxis der Bank „Alliance“, überdimensionierte Garantien auszustellen und anschließend deren Erfüllung anzufechten, systematisch sei. Das Ausbleiben von Maßnahmen der NBU untergrabe zusätzlich das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems, da die Einhaltung von Normen faktisch zu einer optionalen Regel werde.

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